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Diana - Das Porträt
Mäßige Noten, aber riesiges
Talent zum Tanzen
Quelle: Bild
Die Prinzessin
der Herzen als Teenager. Ihre ehemaligen Lehrerinnen
erinnern sich...
Nach
Riddlesworth besuchte Diana, wie ihre Schwestern vor ihr,
die West-Heath-Schule in Sevenoaks.
Die Klavierlehrerin Penny Walker war dort im ersten Jahr
Dianas Klassenlehrerin. „In der Klasse ging es fröhlich zu,
und Di gehörte zu den lebhaften, aufgeweckten Schülerinnen.
Mir fiel auf, dass sie zwar gern Unsinn ausheckte, aber uns
keine schlimmen Streiche spielte. Mit 14 nahm sie bei mir
Klavierunterricht, und sie hätte es durchaus zu etwas
bringen können, aber leider hatte sie zu spät damit
angefangen. Heute kommt es mir erstaunlich vor, dass sie
sich später auf der Weltbühne so sicher bewegte, denn in der
Schule zeigte sie kein derartiges Selbstbewusstsein. Doch
sie nahm Klavier als Hauptfach und schaffte die Prüfung, was
ich natürlich großartig fand. Am liebsten spielte sie
Ballettmusik, denn sie interessierte sich auch für Tanz,
aber es gab auch andere Stücke, die ihr gefielen. Also
spielten wir beispielsweise einiges aus Schwanensee, aber
dann erwärmte sie sich für ein vierhändiges Stück, einen der
Slawischen Tänze von Dvorak. So etwas spielt man eigentlich
erst im vierten oder fünften Jahr, aber weil sie sich so
sehr dafür begeisterte, lernte sie es. Sie traf zwar nicht
jede Note, aber die Seele der Musik hatte sie erfasst, und
das Stück mit ihr zu spielen machte wirklich Spaß. Bei
vierhändigen Stücken gibt es ja oft viel zu lachen und zu
kichern. Damals dachte ich: ‚Mann! Das hat sie gut
geschafft. Sie hätte wirklich etwas aus ihrer Begabung
machen können." Penny Walker fiel auf, dass Diana, die sich
mit vielen Schulfächern so schwer tat, beim Tanz keinerlei
Mühe hatte. „Ich glaube, sie war ein Mensch mit einer
praktischen Ader, mit dem rein Geistigen konnte sie nicht
viel anfangen.“
Es gab etwas,
das fast alle Mädchen taten, aber nur Diana ließ sich dabei
erwischen, obwohl sie es selbst nicht ahnte. Die Mädchen
tranken um vier Uhr Tee, dazu gab es Brot mit Marmelade. Die
Lehrer hingegen bekamen in ihrem Speisezimmer verschiedene
Kuchen serviert, leckere Sachen im Vergleich zu dem, was die
Schülerinnen aßen. Wenn davon etwas übrig blieb, huschten
die Mädchen herein, holten sich ein Stück und flohen mit
ihrer Beute. Einmal warf Diana einen Blick herein, sah, dass
etwas übrig war, und schlich sich in den Raum. Aber sie
hatte nicht bemerkt, dass sie von einer Lehrerin, die am
anderen Ende des Korridors durch die Schwingtür kam,
beobachtet wurde. Die Lehrerin ging daraufhin absichtlich
lärmend den Gang entlang, und Diana versteckte sich unter
einem Tisch. Die Lehrerin trat ein, setzte sich und trank in
aller Seelenruhe ungefähr zwanzig Tassen Tee, sodass Diana
die ganze nächste Unterrichtsstunde dort festsaß und sich
ganz schön Probleme einhandelte.
Im Großen und Ganzen war Diana aber nicht verwegener als
andere aus ihrer Klasse.“
Ihren
Mitschülerinnen aus West Heath blieb Diana als lebhaftes
Mädchen in Erinnerung, das viele Freundinnen hatte. Sie war
eine hervorragende Schwimmerin und nähte ihre Kleider
größtenteils selbst. Penny Walker: „Zur Schulzeit wurde sie
nie ‚Di‘ gerufen. Ihre Klassenkameradinnen nannten sie
‚Spencer‘, weil es drei Dianas gab. Sie sah schon immer ganz
reizend aus. In der Schule legte niemand Wert auf schicke
Klamotten, alle liefen in unförmigen Strickjacken herum.“
Wie in
Riddlesworth sahen auch die Lehrkräfte in West Heath, dass
hier ein sehr intelligentes Mädchen sein Leistungspotenzial
nicht voll ausschöpfte. „Die anderen Lehrkräfte hatten
offenbar den Eindruck, dass sie zu
kämpfen hatte“, sagt Penny Walker. „Das habe ich nie
verstanden, denn obwohl Diana in den Klavierstunden manchmal
etwas langsam vorankam, verblüffte sie mich oft mit ihrem
Witz und ihrer Schlagfertigkeit. Ich bin nie ganz dahinter
gekommen, warum sie einen so aufgeweckten Sinn für Humor
hatte, während sie in anderer Hinsicht ziemlich
begriffsstutzig sein konnte.“ |
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