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Diana - Das Porträt
Diana war Putzfrau, als sie
sich in Charles verliebte
Quelle: Bild
„Eines
Morgens“, erzählt Penny Walker, „kam sie den Korridor
entlanggelaufen und rief: ‚Ich bin jetzt Lady Diana, ich bin
Lady Diana!‘ Das gehörte sich zwar nicht, aber sie hat sich
ehrlich gefreut. Anders behandelt wurde sie deshalb nicht.
So etwas spielte an dieser Schule keine Rolle, und
eigentlich passte es auch gar nicht zu ihr. Sie war ja
dadurch keine andere geworden, fand es aber spannend, jetzt
einen Titel zu tragen.“ Abgesehen vom Titel löste der Umzug
nach Althorp bei den Spencer-Kindern nicht gerade Freude
aus. Charles Spencer sagt dazu: „Der Abschied tat sehr weh.
Trotz unserer Herkunft hatten wir eine völlig zwanglose
Kindheit verlebt. Der Umzug war ein richtiger Schock für
uns, denn nach dem Tod meines Großvaters wurden wir vom
Personal in Althorp mit unserem neuen Titel angesprochen,
während wir zuvor einfach Charles und Diana gewesen waren
und ein viel unbeschwerteres Leben geführt hatten.“
Auf Althorp wurde das gesellschaftliche Leben sehr ernst
genommen, und so kam Diana wieder häufiger mit der
königlichen Familie in Kontakt. „Sie sprach ständig von
Prinz Charles“, erzählt Penny Walker. „Ich erinnere mich
noch, dass sie nach dem Wochenende, an dem sie ihn wieder
gesehen hatte, von nichts anderem sprach. Sie sagte: ‚Ich
habe ihn getroffen! Endlich habe ich ihn getroffen!“ Sie
unterhielten sich während der Jagd auf einem frisch
gepflügten Acker. Diana hatte Fotos von ihm in ihrer
Schlafnische. Das war bei den Mädchen aus solchen Kreisen
zwar nicht ganz ungewöhnlich, merkwürdig war nur, dass sich
während ihrer Schulzeit daran wenig änderte. Sie sprach nur
noch von ihm und ihrer Begegnung mit ihm. Ich weiß nicht, ob
die Ehe damals schon ein Thema war, aber sie war anscheinend
total verknallt in ihn, träumte von der Flucht in ein
Märchenland, würde ich sagen.“
1979 zog Diana nach London. Alle Schwestern Dianas legten
großen Wert auf ihre Unabhängigkeit. „Mit 19 lebte ich in
London und hatte einen guten Job“, berichtet Dianas
Schwester Sarah. „Mein Vater besaß dort ein Mietshaus, und
ich machte die Verwaltung. Ich habe die Mieten kassiert, die
Rechnungen bezahlt, mich um die Versicherung gekümmert,
kleinere Reparaturen gemacht. Damals habe ich Diana als
Putzfrau eingestellt. Wir zahlten ihr den üblichen Lohn für
eine Aushilfskraft. Vormittags arbeitete sie als
Kindermädchen, und sie wollte sich etwas dazuverdienen. Sie
war sehr fleißig und arbeitete sorgfältig.
Es ist ein Irrtum zu glauben, Diana hätte nicht arbeiten
müssen. Sie brauchte einen Job.“ Kay King, die Leiterin des
Young-England-Kindergartens in Pimlico, hatte ebenfalls West
Heath besucht; sie und ihre Schwestern kannten die Spencers
aus der Schulzeit. „Als Diana die Schule abbrach, fragte
Jane an, ob wir nicht eine Helferin gebrauchen könnten. Jane
sagte zu Janie, meiner jüngeren Schwester: ‚Diana wünscht
sich so sehr, mit Kindern zu arbeiten. Habt ihr keine Stelle
frei?‘ Anfangs kam sie drei Nachmittage die Woche zur
Aushilfe, aber sie war offensichtlich ein Naturtalent. Sie
hatte einen wunderbaren Humor und brachte die Kinder zum
Lachen. Also boten wir ihr an, drei volle Tage bei uns zu
arbeiten, denn sie war außerdem noch als Kindermädchen
beschäftigt und machte verschiedene andere Jobs. Insgesamt
blieb sie knapp zwei Jahre bei uns.“
Als Dianas Romanze bekannt wurde, geriet Kay Kings
Kindergarten in einen
Belagerungszustand. „Ich kam aus dem Urlaub zurück und traf
eine Schar Fotografen vor der Tür an. ‚Was ist denn hier
los?‘, fragte ich. Jemand sagte: ‚Haben Sie keine Zeitungen
gelesen?‘ Hatte ich natürlich nicht. Und sie sagten: ‚Diana
wurde mit Prinz Charles gesehen.‘ Ihr war das schrecklich
peinlich.“
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